Schulfach ‚Glück‘ – oder: wie stelle ich die Welt auf den Kopf in sechs Tagen

Nachdem das Praktikum nun schon eine Weile zurück liegt, kann ich etwas differenzierter darauf schauen und meine Eindrücke entsprechend objektiver schildern. Da ich ja auch einen Beitrag dazu versprochen habe, möchte ich dem nun endlich mal nachkommen.

Ich war vom 29. August bis 3. September in Frankfurt und machte ein Praktikum, das ich für mein Fernstudium benötige. Ich hatte großes Glück, dass ich im November letztes Jahr auf den Hymnen an die Nacht den Tobias kennengelernt habe. Der Tobias sah Anfang des Jahres mein Facebook-Posting, dass ich einen Praktikumsplatz suche und bot mir an, an einer Glücksausbildung für angehende Lehrer teilzunehmen. Großer Vorteil daran war für mich, dass ich nicht drei Wochen am Stück von meinem Jahresurlaub dafür opfern musste, sondern eine Woche Präsenzveranstaltung mitmache und zusätzlich zu Hause die Vor- und Nachbereitung meiner quantitativen Erhebung durchführe.

Gesagt, getan, diese Woche also in Frankfurt.

Ich hatte Anfangs gar keine genaue Vorstellung davon, was mich erwarten würde, da ich mich mit diesem Schulfach bisher nie auseinander gesetzt hatte. Tobi hatte mir zwar gesagt, dass Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung Teil davon sind, aber genau fassen konnte ich das bis dahin noch nicht.

Jetzt habe ich das Praktikum abgeschlossen, etwas Zeit ist seitdem vergangen. Und ich kann eines sagen: bestes Praktikum ever. Ich glaube, ich habe noch nie in so kurzer Zeit so viel über mich, Gruppendynamik und die Prozesse dahinter gelernt. Meine Welt hat sich einmal auf den Kopf gestellt, vor allem, weil ich an dem Montag ziemlich motivationslos und vor allem ohne klare Aussicht auf etwas positives ankam. Mir ging es wirklich richtig schlecht.

Ich hab mich aber drauf eingelassen und kann jetzt sagen, dass sich meine Welt einfach voll auf den Kopf gestellt hat. Ich möchte nicht so weit gehen und sagen, dass mich dieses Praktikum wirklich glücklich gemacht hat, aber es hat dafür gesorgt, meinen Weg klarer zu sehen und vor allem das zu erfassen, wo mein Weg mich hinführt und wohin nicht.

Ich habe meine Leitmotive gefunden, habe mich mit meinen Schwächen auseinandergesetzt, konnte meine Stärken ausmachen, habe das eine Ding gefunden, was mir niemand kaputt reden oder machen kann, weil es etwas ist, was ich wirklich beherrsche und von dem ich weiß, dass es immer noch da ist, auch wenn es mir schlecht geht.

Ich kenne die Tugenden, die mich begleiten und die Stärken, die damit zusammenhängen. Ich weiß, welche Phasen Konflikte bzw. Probleme durchlaufen und kenne das Konfrontationsprinzip. Ich habe mich mit Gestaltbarkeit auseinander gesetzt und kann die Prinzipien anwenden. Ich weiß, wie man plant und was man für eine gute Planung braucht (das ist gar nicht so viel, wie man manchmal annimmt). Ich weiß, wie man den ersten schweren Schritt bei einer Entscheidung machen kann und habe die vier Zonen der Herausforderung kennengelernt.

In mir ist so unglaublich viel mit diesen Inhalten passiert, dass ich am liebsten direkt loslegen möchte, um Dinge zu gestalten. Damit meine ich nicht Gegenstände, sondern Situationen. Und ich weiß, dass ich das schaffe. Ich weiß auch, es gibt viele Hindernisse, die sich mir in den Weg stellen, aber ich weiß, ich werde ankommen. Eben weil ich meine Stärken und Schwächen kenne, weil ich weiß, was mich antreibt und bewegt und weil ich weiß, dass ich neben dem ganzen Mist, den ich schon erlebt und überlebt habe, das definitiv packen kann.

Mir geht es seit dem Praktikum doch recht gut, aber es geht noch besser. Die ersten Weichen sind gestellt und meine Richtung klar. Ich weiß, wo ich hin will und vor allem, wo ich nicht hin will (manchmal ist das sogar etwas wichtiger).

Category: Erlebnisse, Gespräche, Uni
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