Und nun?

Es ist seltsam und es ist fremd.

Ich bin normalerweise in der Lage, meine Emotionen zu erfassen, zu sortieren und irgendwas draus zu machen. Nur jetzt geht das nicht. Nicht, weil mir meine Werkzeuge dafür abhanden gekommen sind, sondern weil ich irgendwie nichts fühle. Gar nichts.

Das irritiert mich tatsächlich sehr, weil ich das nicht kenne oder einordnen kann. Vielleicht ist es eine Art Schockzustand, bei dem mein Gehirn mich davor bewahrt, zusammenzubrechen. In anderen Situationen war das ähnlich. Erst ein paar Tage Gefühlschaos und dann nichts. Doch nicht in dieser Intensität.

Ich fühl mich leer. Wobei das auch nicht ganz stimmt. Es ist eher die Abwesenheit von Gefühl. Irgendwie taub, aber auch nicht. Es ist so seltsam, dass es mir schwer fällt, das in Worte zu fassen. Alle Emotionen, die sonst so in mir herumschwirren, kriege ich gepackt und beschrieben. Dieses nicht. Vielleicht weil es einfach keine Emotion ist. Ich weiß es nicht.

Aber in aller Abwesenheit jeglicher Emotionen stelle ich fest, dass mein Körper reagiert. Ich bin extrem verspannt, angespannt und ich habe quasi Dauerkopfschmerzen. Ich glaube, ich knirsche wieder mit den Zähnen, was ich jahrelang nicht getan habe. Und mein Blick wandert des öfteren einfach in die Leere, um dort zu verweilen. Mein Schlaf ist zwar tief, aber traumlos – zumindest kann ich mich nicht erinnern –  und nicht erholsam. Und es gab Morgen, an denen ich aufwachte und feststelle, dass ich im Schlaf geweint haben muss. Ich habe einen seltsamen Druck auf den Ohren, der sich ein wenig so anfühlt, als habe ich Schnupfen, dabei ist die Nase frei. Ich glaube, mein Körper versucht auszudrücken, was ich gerade nicht fühlen kann.

Derzeit funktioniere ich rein rational. Und ich weiß nicht, ob das wirklich gut ist. Da ich sonst ein sehr emotionaler Mensch bin, fällt es mir sehr schwer, damit grade gescheit umzugehen. Ein guter Freund von mir nennt das immer „Kopfmodus“. Und irgendwie ist es auch grade genau nur das. Der Kopf funktioniert irgendwie. Der Rest nicht. Aber ich weiß, dass sich das ändern wird. Bis dahin muss ich warten und mich dafür wappnen.

Gut tut mir die Unterstützung aller Freunde, die auf mich zugekommen sind. Nicht nur, dass sie mir ihr Beileid ausgesprochen haben, sondern dass wirklich echte Hilfe und Ablenkung dabei ist. Das fängt mich auf und tut mir ehrlich gut. Ich werde in nächster Zeit sicherlich vermehrt darauf zurück kommen und mir bei Euch Unterstützung suchen. Vielen Dank, dass Ihr da seid!

Wo man am meisten fühlt, weiß man am wenigsten zu sagen.
~ Annette von Droste-Hülshoff ~

Category: Erlebnisse
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One Response
  1. Tobias says:

    Es tut mir sehr leid, dass das passiert ist.. Mein Beileid. Kann deinen Zustand nur zu gut nachvollziehen.

    Wenn du jemanden zum Reden brauchst, gib Bescheid, meine Nummer wirst du wohl noch haben.

    LG

    Tobias J.

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