Was man nicht so alles wiederfindet….

… wenn man mal ein bisschen im Netz stöbert.
Mir fiel gerade ein Lied ein, welches ich zu meiner Schulzeit gern gehört habe, ich selbst aber nie gesungen habe. Wenn denn jemand einen Melodie zu diesem Liedchen hat, kriegt der ’n Keks.
(Da fällt mir ein, dass der Björn immernoch ’n Keks von mir bekommt… Ich muss demnächst wohl mal backen)
Hier der Text zu „Stroganoff“ von Friedrich Hollaender

1.
Stroganoff, ein Großfürst einst am Zarenhoff – wo sonst?
war ein eifersüchtger Gatte, der in Omsk, gleich bei Imsk
und nur vierzehn Werst von Umsk
ein großes Gut – was für’n Gut! So ein Gut! Na, schon gut! Kurz und gut:
ein Gut von tausend Seelen hatte. Wieso Seelen?
Lass’n Sie mich erzählen!
Das ist rrrussisch, echt rrrussisch!
Jeder Russe, der hat Seelen . . . was weiß ich?! – Hei, Hei!

2.
Und auf dem Gut – seinem Gut, da in Omsk, gleich bei Imsk,
um die Ecke rum von Umsk, lebte auch seine schöne Frau – wo sonst?
Und dass sie schön war, wusste er . . . – und außer ihm noch Pjotronoff
und Krotzkuloff und Rotzkuloff und Rutschnikoff und Schtrutschkinoff
und ganz besonders Schmutschkinoff –
ziemlich viele wussten dieses ziemlich gut – von dem Gut! Ist das gut? –
Gar nicht gut! – Aber echt rrrussisch! Hei, Hei!

3.
Stroganoff hat viel zu tun am Zarenhoff – wo sonst?
und zuhaus bleibt seine Schuschka,
bleibt in Omsk, gleich bei Imsk und nur vierzehn Werst von Umsk!
Nicht viel los da, in Omsk, nicht in Imsk und nicht in Umsk!
Ganzen Tag liegt sie im Bett, das arme Mütterchen! – Wieso Mütterchen?
Fragen Sie Tolstoi! Das ist rrrussisch, echt rrrussisch!
Jeder Russe ist ein Mütterchen . . . was weiß ich?! Hei, Hei!

4.
Doch auf dem Gut, dem Nachbargut –
nicht in Omsk, und nicht in Umsk, bisschen weiter weg in Imsk,
lebt besagter Schmutschkinoff, – ein Schwein!
Und eines Tages spannte er vor seinen Schlitten
die schwarze Stute Krasnucha, die braune Stute Schtrasnucha
und Wlasnucha und Jasnucha und vorne weg noch Prasnucha –
Und er knallte mit der Peitsche
und fuhr stracks zur schönen Schuschka auf das Gut!
Ist das gut? – Gar nicht gut!! – Aber echt rrrussisch! Hei, Hei!

Zwischenspiel
Ach leider geniegt nicht, dass über dem Schkandalsky
ich mit Diskretionsky den Vorhang lasse fallsky!
Denn unvermutet stand in der Tür: Stroganoff!
Und aus dem Bett sprang der Liebhaber in hohem Boganoff!
Oi – joi – joi – joi – joi!
Antworte, Hund, verfluchter, bis ich bis drei zähle:
Nahmst Du nur ihren Kerper, oder nahmst Du auch ihre Seele?
Und hätte er nur gesagt: „Nur den Kerper, Väterchen Stroganoff!“ –
wär‘ nicht passiert, was jetzt passiert ist Väterchen Schmutschkinoff!
Oi – joi – joi – joi – joi!

5.
Tags darauf sitzt Stroganoff im Kaffeehaus – wo sonst?
Und es fragen ihn die Freunde: Was war los bei Dir in Omsk?
Man hat Dich schrein gehört bis Imsk, einer sagt sogar: bis Umsk!
Und man spricht, dass deine Schuschka
hat mit deinem Freund gemacht ein bisschen Schmuschka!
„Bisschen“ hätt‘ ich noch verziehen – das ist rrrussisch, echt rrrussisch!,
aber die Vertraulichkeit geht zu weit – tut mir leid!

6.
He da, Wirt! Bring mir ein Filet! Aber roh! Größe: So!
Und dazu ein großes Messer!
Kann ich zeigen meinen Freunden besser – mit Messer,
was ich gemacht aus Schmutschkinoff . . . Ffft! Ffft! –
Und mit dem Messer hei-juchhe! Sticht Stroganoff in das Filet!
Und kreuz und quer und hin und her.., sieht gar nicht wie Filet aus mehr!
Ohne Lücke haut er es in tausend Stücke voller Wut!
Ist das gut?? – Das ist gut!! Und so echt rrrussisch! Hei, Hei!
Kein Ballett jetzt! Kein Ballett jetzt! Stört Erzählung kolossal!
Nein ich will hier kein Ballett jetzt, Himmelsakrament nochmal!

7.
Stroganoff winkt gnädig jetzt den Küchenchef – zu sich:
Hier mein Freund, mit Dank zurück – das geborgte Lendenstück,
das im Zweikampf wie ein Held den Ehebrecher dargestellt!
Aber jetzt trag’s in die Küche!
Du kannst gut sehn, Väterchen, ich kann kein Blut sehn!
Koch in Tränen, schreit: O – je! Wer wird essen das Haché
Ist zerhackter Schmutschkinoff, aber kein Filet!

8.
Ganz zerstickelt liegt’s im Topf! – Küchenbub mit rotem Kopf
fragt: Was soll damit geschehn?
Was soll ich hineintun noch, Väterchen Koch?
Von mir aus was du willst tu rein! Frisst doch kein Schwein!
Ob saure Sahne, Zwiebelring, ob Paprika, ob Pfifferling!
Doch als man es auf’s Feuer tut, jeder fragt: Was riecht so gut?
Alle Gäste kosten, reiben sich den Bauch – Ha – ha – ha!
Will ich auch! – Ha – ha – ha! Tu mir eins schmoren!
So wurde Glanzstück von Souper,
wurde greeeßtes Frikassee,
wurde STROGANOFF FILET geboooooren! Hei, Hei!!

Category: Songtexte
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