Das Erwachen oder „Warum Klorollenhüte bald in Mode kommen“

Ich bin zurück von einem Wochenende voller Spannung, Spiel und Schokolade. Ungelogen, Schokolade gab’s auch.

Vinland X – Das Erwachen. So hieß es, als ich einen Anruf erhielt, ob ich nicht Lust hätte, bei dem Con dabei zu sein. Ich sagte zu, erhielt die letzten wichtigen Infos und wurde dann bereits am Donnerstag in die Eifel entführt.
Ich muss sagen, dass ich anfangs und vor allem am Tag der Anreise skeptisch war, ob der Con wirklich was für mich ist. Ich kam mir zunächst fehl am Platze vor und wusste nichts so recht mit mir anzufangen. Ich hatte die Befürchtung, dass ich mich nicht wohl fühlen könnte.
Diese Befürchtung wurde mir am zweiten Tag direkt genommen. Ein Bekannter aus Darpatbullenkreisen tauchte unverhofft auf und ich konnte mich über ein langes und ausführliches Gespräch freuen. Zu lang hatten wir uns nicht gesehen und umso schöner fand ich es, den Guten einfach mal wieder zu drücken.
Das Highlight war die Ankunft meiner Liebsten. Nein, ich bin nicht lesbisch, aber wenn ich von meiner Liebsten schreibe, meine ich meine Chuchu. Ich hab mich so übelst gefreut, sie endlich mal wieder zu sehen!!!! Zu weit ist die Distanz, aber dafür die Freude umso größer, wenn man sich dann wiedersieht. Sie hatte ihren Jocke dabei, der den gesamten Con über so’n gehäkeltes Mützi trug, was man wohl früher in Finnland auf dem Kopf hatte (fragt mich nicht… Ich bin keine Historikerin und man mag mich berichtigen, wenn ich das hier falsch in Erinnerung habe). Irgendwann fiel mir auf, dass dieses Mützi fast so aussieht, wie diese Hüllen, die man in den 70ern über Klorollen stülpte, damit sie im Bad etwas dekorativer aussehen.
Der Jocke zog von dieser Mütze irgendwann die Spitze ein wenig nach innen und schon sah das Ding aus wie einer dieser damaligen Klorollenhüte.
Aus dieser Situation entstand ein albernes Lied, eine noch viel beklopptere Idee und ich möchte jetzt ein Video machen…
Der Con selbst hatte Stärken und Schwächen. Das Essen hat mich ehrlich gesagt nicht vom Hocker gehauen. Da hatte ich schon wesentlich Besseres.
Der Freitag war geprägt von der Anreise und lockerem Spiel am Abend. Ich konnte Abends für ein paar Leute ein bisschen Musik machen, aber es war teilweise einfach zu laut und da im Nebenraum ein Dulcimer und eine weitere Gitarre gespielt wurden, war es einfach zu durcheinander. Somit hab ich mich dann recht früh verzogen. Allerdings, und das war schön, ist eine Gruppe (Des Geyers Schwarzer Haufen) wunderbar auf mein Spiel eingegangen und es ist tatsächlich ein Erlebnis, mit einem Rüstungsträger einen Chachacha zu tanzen 😀
Der Samstag zog sich ein wenig wie Kaugummi. Es gab Längen, man hatte teilweise keine Idee, was man machen sollte und irgendwie konnte man sich auch nicht so wirklich motivieren, etwas zu tun.
Der Abend hat es dann gerettet. Lagerfeuer, zwei IT-Hochzeiten, die unterschiedlicher nicht hätten sein können und ein dankbares Publikum. Was will man als Bardin mehr? Ich konnte ein paar meiner Glanzstücke zum Besten geben (vor allem das Snøtenpöten-Lied kam verdammt gut an) und hatte fleißige Mitsänger.
Als es sich dann langsam lichtete, führte mein Weg mich noch nach oben in die Taverne, wo die anderen Bardinnen saßen und musizierten. Ich setze mich dazu, sang bisweilen eine zweite Stimme mit und wurde dann an den Tisch gebeten, nachdem die Bardinnen „Der Weg aus dem Dunkelsforst“ beendet hatten. Ich kam selbst dazu, meine Version dieses Liedes zu spielen und es geschah etwas, das ich so noch nicht erlebte.
Es gab seinerzeit in Hamburg in der Taverne „Zum tanzenden Einhorn“ einen Abend im Januar, an dem sich plötzlich die Gäste vor mir zu einem Kreis formierten und im Kreis tanzten. Das war ein Moment, den ich so schnell nicht vergessen werde, denn es war das erste Mal, dass so etwas passierte.
Auf dem Con in der Nacht von Samstag auf Sonntag passierte etwas anderes, was mich aber ebenso berührte.
Als ich sang, erklang in diesem Raum nichts anderes als die Töne, die meine Finger von Alriks Saiten zupftenund meine Stimme. Es gab keine anderen Geräusche, keine Gespräche, nichts. Es war absolute Stille um mich herum.
Ich selbst konnte so in diesem Lied versinken und mich in die Melodie einfühlen und ich selbst habe plötzlich diesen Zauber gespürt, den es manchmal gibt, wenn Musik erklingt.
Ich bin selbst noch immer sehr ergriffen davon, weil mich das nachhaltig beeindruckt hat. Ich wurde nach diesem Lied gefragt, wo ich denn die ganze Zeit gewesen sei und die Anwesenden hörten eine Ballade nach der anderen von mir.
Das sind die Momente, die das Leben einer Bardin lebenswert machen.
Ich bin von Herzen dankbar für dieses wirklich wunderbare Publikum, für die wunderschönen Momente auf dem Con und vor allem für die freundlichen Worte, die ich heute gehört habe. Ich habe selten so viel Lob erhalten und ich werde noch immer verlegen und rot, wenn ich daran denke.
Ich fand es toll und hätte noch eine ganze Woche damit weiter machen können. Ich freue mich jetzt schon auf das Drachenfest, denn ich habe eine ganze Reihe Einladungen in sämtliche Lager erhalten, die ich nur zu gern annehmen werde.
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2 Responses
  1. Chuchu says:

    Hage de Barde! 😀
    Es war wundervoll.
    Und Deine Stimme ist unglaublich.
    Ich freue mich, dass ich Dich bald wieder sehen darf! Fühle Dich geherzt, geknuddelt und geknutscht!
    Deine Chuchu

  2. Pax says:

    Samstag Abend in der Taverne war wirklich beeindruckend, so ein devotes Publikum habe ich bisher auch noch nicht erlebt.

    Die anderne Gelegenheiten, wo du gespielt hast, waren auch super. Ich habe gemerkt, dass ich doch mal wieder ein paar Lieder lernen sollte, damit ich nicht andauernd im Text stocke ;).

    Am Sonntag hab ich dich bei meiner kurzen Verabschiedungstour leider nicht gesehen. Von Peter sollte ich dir auch noch viele Grüße ausrichten, was ich hiermit nachhole.

    Pax/Markus

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