Emotionale Intelligenz

Manchmal kommt es vor, dass ich das ein oder andere Mal über irgendwelche psychologischen Themen schreibe. Ich bin dafür kein Experte, daher erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder ähnliches. Ich möchte lediglich meine eigenen Erfahrungen damit beleuchten, niederschreiben und reflektieren. Und vielleicht hat ja der ein oder andere von Euch noch einen klugen Kommentar zum Anregen meiner Denkprozesse dazu.

Also, heute mal emotionale Intelligenz.

Ich hatte letzte Woche ein schönes Gespräch über Empathie und was das genau heißt. Warum ich das hier erwähne? Weil die Fähigkeit zu Empathie meiner Meinung nach ein Teil von emotionaler Intelligenz ist. Empathie ist erstmal die Fähigkeit, sich in andere hinein zu versetzen und deren Gefühlslage zu verstehen. Dabei gibt es dann meiner Meinung nach wieder verschiedene Abstufungen: einerseits gibt es Menschen, die voll darin aufgehen, die Gefühle anderer zu ihren eigenen Gefühlen zu machen und die Perspektive ihres Gegenübers voll in sich aufzusaugen. Das kann bei Glück durchaus toll sein, bei Trauer oder gar Depressionen sieht das schon wieder anders aus. Von Gefühlen der Trauer kann man sehr leicht überwältigt werden, wenn man nicht in der Lage ist, zu regulieren, welche Gefühle seines Gegenübers man nun aufnehmen möchte und welche nicht. Da kommt der Begriff der emotionalen Intelligenz ins Spiel. Denn emotional intelligente Menschen sind meiner Auffassung nach in der Lage, Empathie zu empfinden und auch Anteil an ihrem Gegenüber zu nehmen, jedoch entscheiden sie (bewusst oder unbewusst), wie viel der Emotionen ihres Gegenübers sie in sich aufnehmen wollen.

Emotional intelligente Menschen sind auch in der Lage, ihre Gefühle zu sortieren, zu reflektieren und ggf. zu regulieren. Auch hier findet eine Entscheidung statt, welche Emotionen diese Menschen gerade empfinden möchten und welche zurück gesteckt werden sollen. Und grade das finde ich mega spannend.

Ich entdecke grad selbst, wie schön es sein kann, sich bewusst in eine bestimmte Emotion fallen zu lassen und sämtliche Effekte und Auswirkungen dieser Emotion zu erleben. Vor allem aber entdecke ich für mich selbst, wie gut es tut, sich bewusst dafür oder dagegen zu entscheiden, ob ich mich grad ärgern möchte oder eben nicht.

Ja, es fällt schwer, die eigenen Emotionen so sehr im Zaum zu halten, dass man bewusst in der Lage ist, sich zu regulieren. Als ich heute mein Auto aus der Werkstatt abholte und für den Weg, der sonst knappe 15 Minuten lang ist, ’ne gute halbe Stunde gebraucht habe, hat mich das genervt. Es hat mich gestresst, weil ich eigentlich nur eine kurze Arbeitsunterbrechung machen wollte, die maximal eine Stunde dauern sollte, aber fast zwei in Anspruch genommen hat. Es hat mich geärgert. Und es war interessant, dass ich diesem Ärger Luft machen musste, wogegen ich mich bei vielen anderen Dingen gar nicht mehr ärgere, sondern sofort meine Einstellung zu der Situation ändere und damit meinen Umgang damit anpasse.

Es gibt Situationen, in denen bin ich gar nicht in der Lage, mich zu regulieren. Das war bspw. gestern der Fall. Kopfschmerzen, einen Haufen Arbeit und diverse andere Dinge haben mir den Tag gestern echt schwer gemacht. Da war ich extrem sarkastisch und mein Humor in den finstersten Ecken unterwegs. Übler Tag. Hat sich später jedoch auch wieder reguliert und die gute Laune war dann auch prompt wieder da (an dieser Stelle nochmal ein fetter Dank an meine Physiotherapeutin, die mir gestern mal eben den Rücken gelockert und damit meine migräneartigen Kopfschmerzen davon gejagt hat).

Spannend finde ich, dass ich inzwischen Mechanismen gefunden habe, mit denen ich quasi augenblicklich in der Lage bin, mich in einen Zustand der Reflektion zu versetzen. Und da bin ich dann auch ganz bewusst in der Lage, mich für bestimmte Gefühlszustände zu entscheiden oder eben auch nicht. Das ist irgendwie sehr cool und ich möchte damit gern noch ein wenig herum experimentieren.

Für jetzt genieße ich eine ganz bestimmte Emotion, erfreue mich daran und werde mich damit vermutlich noch das gesamte Wochenende beschäftigen.

Teilt mir gern Eure Gedanken zu dem Thema mit. Entweder als Kommentar oder auch gern per Mail. Ich freu mich drüber!!

Category: Psychologie
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